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Vollgesichtsmasken
Tauchen mit Vollgesichtsmaske ist eine spezialisierte Tätigkeit für den Berufstaucher, den Rettungstaucher oder den zertifizierten Sporttaucher. Die nachfolgenden Ausführungen sind nicht dazu gedacht, einen speziellen Vollgesichtsmasken-Kurs zu ersetzen, sondern sollen einen ersten Überblick über die Möglichkeiten- - aber auch die möglichen Gefahren - beim Tauchen mit Vollgesichtsmasken geben. Das Absolvieren eines peziellen Kurses zum Erlernen der speziellen Anforderungen beim Tauchen mit Vollgesichtsmasken ist auf jeden Fall zu empfehlen, da hier in der Regel die verschiedensten Situationen, die beim Tauchen mit Vollgesichtsmaske aufttreten können, sowohl in der sicheren Schwimmbadumgebung als auch im Freiwasser geübt werden. Außerdem sollte sich der Taucher auch nach Absolvierung einer solchen Ausbildung stets der Abweichungen der verschiedenen Typen von Vollgesichtsmasken und Masken ähnlicher Konstruktion von verschiedenen Herstellern untereinander bewußt sein. Daher ist es wichtig, die Bedienungsanleitung der Hersteller über jedes Teil der Ausrüstung sorgfältig zu lesen und zu verstehen, bevor man die ersten Versuche mit der Maske unternimmt. Die Inhalte der folgenden Ausführung sind aus verschiedenen Kursunterlagen für das Tauchen mit Vollgesichtsmaske zusmmengetragen. Wesentliche Teile entstammen auch den aktuellen Kursunterlagen von Raimund Heinl, der einen speziellen PADI-Kurs für das Tauchen mit Vollgesichtsmaske an seiner eigenen Tauchschule 'Fit for Diving' in Esslingen anbietet.
Warum taucht man mit Vollgesichtsmasken? Im wesentlichen sind es drei Beweggründe, die einen heute zum Tauchen mit Vollgesichtmaske veranlassen: Vollgesichtsmasken dienen als Schutz gegen Kälte, als Schutz gegen Verunreinigungen (Kontamination) im Wasser und sie ermöglichen die sprachliche Kommunikation unter Wasser. Der Gesichtsschutz gegen Kälte ist hauptsächlich in kälteren Meeren oder in hochgelegenen Süßwasserseen interessant und wird dann besonders wichtig, wenn entweder in sehr kaltem Wasser getaucht wird oder wenn über längere Zeit in kaltem Wasser getaucht werden soll, z.B. mit einer Schlauchversorgung. Der Schutz gegen Schmutz, biologische Verunreinigungen, Gifte, Säuren etc. ist insbesondere für die Berufstaucherei wichtig, wo sogar in Kläranlagen getaucht werden muß, die sich ja ganz und gar nicht durch klares Wasser auszeichnen. Allerdings werden bei solch extremen Verhältnissen auch heute noch meist spezielle Taucherhelme wie z.B. die Kirby Morgan Superlite Helme verwendet. Aber auch bei den Rettungsdiensten wie z.B. der Feuerwehr und der DLRG kann nicht immer ausgewählt werden, in welche Art von Gewässern getaucht werden muß, um z.B. einen Ertrunkenen zu suchen. Daher wird auch dort fast ausschließlich nur mit Vollgesichtsmasken getaucht. Ein weiterer Vorteil von Vollgesichtsmasken ist die Einbaumöglichkeit von Kommunikationseinrichtungen (Tauchertelefonen). Mit diesen Kommunikationseinrichtungen ist es möglich, sich während dem Tauchgang untereinander zwischen Tauchern oder mit mit einer Landstation zu unterhalten. Diese Kommunikation kann entweder über Kabel (meist nur beim schlauchversorgten Tauchen üblich) oder über kabellose Verbindung (Sporttauchen, Forschungstauchen) erfolgen. Einen zusätzlichen Grund, Vollgesichtsmasken zu tragen, der aber kontrovers diskutiert wird, stellt die höhere Sicherheit bei Krämpfen (O2-Vergiftung) oder Ohnmacht/Bewußtlosigkeit unter Wasser dar, da hier kein Mundstück aus dem Mund gleiten kann. Allerdings kann man dagegen anfügen, daß weder Sporttaucher noch kommerzieller Taucher hiermit konfrontiert werden sollten, wenn der Tauchgang richtig geplant wird. Dieses Argument zählt jedoch für Militärtaucher mit Sauerstoff-Kreisslaufgeräten, bei dennen schon ab 6 m Tiefe die Gefahr einer Sauerstoffvergiftung besteht.
Kurze Historie der Vollgesichtsmasken
Da das das Tauchen mit der schweren Helmtauchausrüstung nicht immer sinnvoll war, kamen zur Mitte des letzen Jahrhunderts die sogenannten ‚Leichttauchgeräte‘ auf. Sie bestanden aus Tauchanzug und einer in den Anzug integrierten Vollgesichtsmaske (z.B. ) Die nachfolgende Abbildung zeigt einen solchen Anzug. Als nach dem 2. Weltkrieg mit dem Beginn der Sporttaucherei Atemregler mit Ein- oder Zweischlauchautomaten und Mundstückatmung aufkamen, wurden die Vollgesichtmasken neben der Schlauchversorgung auch mit den neuen Atemregkern eingesetzt, im wesentlichen aber nach wie vor nur im professionellen Bereicht, zusammen mit Bandmasks (General Aquadyne DM5, KMB18, ..) und den Taucherhelmen der neuen Generation (z.B. General Aquadyne AH3, Kirby Morgan Superlite 17/27) Auch Rettungsdienste wie z.B. die Taucherzüge der Feuerwehr setzen heute noch nach wie vor auf die Vorteile der Vollgesichtsmasken. Erst in letzter Zeit entdeckt auch die Sporttaucherei die Berechtigung der Vollgesichtsmasken für bestimmte Einsatzgebiete. Die Anforderungen an Vollgesichtsmasken sind heute in Europa heute übrigens - ebenso wie die Anforderungen an das restliche Tauchequipment - in der europäischen Richtlinie EN250 geregelt.
Typen und Bauarten von Vollgesichtsmasken Grundsätzlich gibt es drei Arten von Vollgesichtsmasken:
Vor-/Nachteile der verschiedenen Typen Vollgesichtsmasken Vollgesichtsmasken mit einem gemeinsamen Luftraum für Mund, Nase, Augen
Ein spezieller Nachteil der oben aufgeführten Fabrikate ist, daß sie
nur ein Dreipunktbebänderung zum Befestigen der Maske am Kopf haben,
Vollgesichtsmasken mit gemeinsamem Luftraum für Mund und Nase und separatem Luftraum für die Augen/restliches Gesicht Fabrikate: z.B. Kirby Morgan EXO 26, Dräger Baltic, Dräger ORCA, Interspiro MK1/MK2,....
Vollgesichtsmasken mit gemeinsamen Luftraum für Augen und Nase und separatem Luftraum für den Mund Hersteller: Scubapro
Einige Beispiele verschiedener Vollgesichtsmasken
Allgemeine Besonderheiten und Gefahren beim Tauchen mit Vollgesichtsmasken Neben den oben bereits erwähnten Vorteilen der Vollgesichtsmaken gegenüber 'normalen' Masken gibt es allerdings auch einige typischen Gefahren beim Tauchen mit diesen Masken, die unbedingt beachtet werden müssen:
Diese Besonderheiten müssen daher schon bei der Tauchgangsvorbereitung und Tauchgangsplanzung berücksichtigt werden:
Außerdem sollten (am besten unter Anleitung im Rahmen eines speziellen Kurses) folgende Situationen sowohl im Schwimmbad als auch im Freiwasser geübt werden, bevor der erste 'echte' Tauchgang mit Vollgesichtsmaske durchgeführt wird:
Wenn Ihr dies alles berücksichtigt, dann kann man nur noch sagen: Na denn, viel Spaß!!!! !
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Das Hintergrundbild zeigt einen Taucher in einer Dräger DM40 Mischgas-Helmtauchausrüstung |